Aufstände in Tibet: Die wahren Hintergründe

Veröffentlicht auf von Paramantus

Unterdrückung? Keine Religionsausübung? Keine freie Meinungsäußerung? Die Sehnsucht nach erneuter Unabhängigkeit?

Die Gründe für den Aufstand in Lhasa und den weiteren Regionen Tibets lägen eigentlich auf der Hand. Doch wir haben uns wohl alle geirrt. Chinas Ministerpräsident Wen Jiabao hat jetzt nämlich mal klargestellt, warum die bösen Tibeter solchen Ärger machen und der chinesischen Regierung Kummer bereiten:
Die sog. "Dalai-Lama-Clique" will die olympischen Spiele untergraben. Sie würde den Wunsch des chinesischen Volkes nach erfolgreichen olympischen Spielen missachten.

Aha.

Natürlich gab Jiabao keine Gründe an, warum diese "Dalai-Lama-Clique" - womit er auch sogleich ein tolles Feindbild gemalt hat - dem chinesischen Volk die olympischen Spiele nicht gönnen möchte. Aber es ist auch nicht nötig. Ich persönlich denke - wenn die Spiele überhaupt ein Anlass sind - das Ganze hat doch ein wenig mit den Stichwörtern am Anfang dieses Beitrags zu tun.

Witzigerweise wurde der vor ein paar Tagen veranlasste Rausschmiss ausländischer Journalisten aus den Krisengebieten damit begründet, dass man für deren Sicherheit sorgen möchte. Die aufständischen Tibeter seien nämlich äußerst brutal.

Sehr fürsorglich. Die Tibeter wollen nämlich bestimmt nichts anderes als ausländische Journalisten töten, damit diese auf keinen Fall darüber berichten was für einen aussichtslosen Kampf die Demonstranten gegen China führen. Auf keinen Fall wollen die Aufständischen zulassen, dass die Welt mitbekommt, wie groß ihr Wunsch nach Freiheit und Unabhängigkeit ist, dass sie sich dafür sogar Panzern und scharfer Munition entgegenstellen.
Apropos scharfe Munition. China spricht nachwievor von 13 Toten. Andere Quellen melden bereits mehrere Hundert.

Der Dalai Lama hat übrigens die Vorwürfe von Seiten Chinas, er persönlich hätte etwas mit den Aufständen zu tun, zurückgewiesen. Er drohte sogar mit seinem Rücktritt wenn die Gewalt weiter eskalieren sollte. Damit wolle er seine Landsleute zu mehr Zurückhaltung bewegen. Und da ist sie wieder, die berühmte "Der-Klügere-Gibt-Nach"-Mentalität des sympathischen Lamas.
Dass die Demonstranten in Tibet natürlich seinen Namen rufen und seine Bilder hochhalten, während sie gleichzeitig chinesische Flaggen verbrennen, kann man ihnen ja nicht verübeln. Daraus schlusszufolgern er hätte die Demonstrationen angezettelt, zeugt aber schon irgendwie von fortgeschrittenem Hirnkalk - oder debiler Propaganda, was zur chinesischen Regierung wohl eher passt und auch nicht weiter überrascht.

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