Grausame Zustände in deutschen Behindertenheimen (Trier bei Nacht, Teil 1)

Veröffentlicht auf von Paramantus

Trier, am Samstag Abend, gegen 21Uhr: Die Straßen sind leer, fast gespenstisch leer, hier und da läuft eine Person eiligen Schrittes an mir vorbei, sehr selten sehe ich auch mal mehrere Personen auf einmal.

Ich bin unterwegs zum Kino, um mir Karten für einen Film zu kaufen, den ich mir um 23Uhr anschauen möchte. Nachdem dies erledigt ist, habe ich vor einem Freund Gesellschaft zu leisten.

 

Gegen 22:30Uhr laufe ich dieselbe Strecke zurück, doch diesmal ist alles anders: Anstatt leere und Stille begegnen mir Horden von Menschen, von denen nicht wenige wohl gerne Sänger geworden wären. 

Doch das ist nur im ersten Moment störend. Menschen, die vor der großen Party vorglühen und sich in Stimmung bringen ist eben "natürlich" - allerdings im Sinne von "zu erwarten". Über die Natürlichkeit im eigentlichen Sinne lässt man sich lieber nicht aus...

Wie dem auch sei, die interessanteste Begegnung kam ja noch, denn während die lautstarken Hobby-Sänger-Barbaren ihres Weges gehen, treffe ich beim Überqueren einer größeren Bushaltestelle (für Trierer: bei der Treviris-Passage, oder einheimisch "Pasaasch") auf eine Gruppe geh- und sprachbehinderter Kinder. Wohl aus irgendeinem Heim.

Ein Ausflug? Um diese Uhrzeit?

Egal, diese Frage wurde unwichtig, als ich sah welche miserablen Zustände da herrschten: Schlimm genug, dass die armen nicht mit der Außenwelt kommunizieren und ihren Oberkörper einschließlich Arme und Hände anscheinend nicht koordinieren konnten, wurden sie - und das ist die einzige mögliche Erklärung - von irgendwelchen sadistischen Betreuern in lächerliche Kleidung gesteckt: Die Jungs in überweiten Hosen und Jacken, die Mädchen dagegen in viel zu kleinen Oberteilen, sodass der komplette Unterleib von der Scham bis zum Rippenansatz frei lag. Ich war erschüttert und kurz davor einem dieser mitleiderregenden Geschöpfe meinen Schal anzubieten, immerhin ist Januar. Doch das wäre unfair den anderen gegenüber gewesen - ich kann doch nicht Gott spielen und einfach so einem dieser Heimkinder was gutes tun, während die anderen dann nur daneben stehen und noch stärker an ihr grausames Schicksal erinnert werden. Nein, das konnte ich nicht mit meinem Gewissen vereinbaren! Außerdem stelle ich einen kurzen Moment später fest, dass man den Kindern Bier gegeben hatte. Das ist zwar nicht ganz rechtens, aber vielleicht kann sich das Heim ja keine anderen Klamotten leisten und dann ist Alkohol als Wärmespender doch eigentlich die bessere Alternative zu Unterleibsentzündungen... Zudem hatten diese Kinder trotz allem irgendwie Spaß, was man an ihrem doch lautstarken debilen Lachen ausmachen konnte.

 

Und so ging ich einfach weiter, von einer besseren Welt träumend...

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