Barack Obama sagt Berlin-Rede ab. Trier jubelt.

Veröffentlicht auf von Paramantus

Waren es die ständigen Kritiken, die Barack Obama dazu bewogen haben, seine geplante Rede in Berlin abzusagen?

Wir erinnern uns: Zuerst weinte die Kanzlerin über Obamas Vorhaben am Brandenburger Tor zu sprechen, dann quängelten einige Liberale auch über den Ausweichort an der Siegessäule und als sogar Ehrenbürger Wahnfried Demski sich weigerte seinen Garten als mögliche Alternative für die Rede zur Verfügung zu stellen, hatten die Amerikaner wohl einfach genug.

 

"Es scheint, man möchte uns in Berlin nicht dahaben", erklärte Obama vor der Presse, "doch ich möchte dem deutschen Volk versichern, dass wir darüber nicht verärgert sind. Im Gegenteil. Eine fremde Landeshauptstadt ist nun mal nicht der richtige Austragungsort für einen persönlichen Wahlkampf; das haben wir nun begriffen. Dennoch möchte ich Deutschland für seine Bemühungen in der Welt sowie die gute internationale Zusammenarbeit danken, sodass ich meine Rede nicht absagen, sondern in eine andere Stadt verlegen möchte: Trier."

 

Trier? Die scheintote "Römerstadt" mit knapp 100.000 Einwohnern? Die Überraschung war und ist immer noch sichtlich groß. Der Rückzug aus Berlin kam schon mehr als unerwartet, aber dann rechnete man wie selbstverständlich mit einer Großstadt wie Hamburg oder Köln als mögliche Alternativen. Und jetzt ist es Trier geworden. Warum?

"Trier ist die älteste Stadt Deutschlands, also auch die Stadt mit der längsten Geschichte innerhalb der heutigen Grenzen", sagte Obama den verdutzten Journalisten. Verdutzt wohl auch deshalb, weil auszumachen war, dass einige nicht einmal wussten, wo Trier überhaupt in Deutschland liegt.

Leises Gelächter rief jedoch kurze Zeit später die Bekanntmachung hervor, wo genau die Rede abgehalten werden soll, nämlich vor dem Wahrzeichen Triers, der Porta Nigra.

 

Das schwarze Tor als Kulisse für einen schwarzen Redner. Was hat sich Obama denn dabei gedacht? Seien ihm denn nicht die zwangsläufigen Sticheleien und Wortwitze klar? "Natürlich, aber der Ort passt nun mal einfach wunderbar", sagte Obama grinsend, was schlussfolgern lässt, dass die Porta Nigra durchaus mit einem  humoristischen Hintergrund ausgewählt wurde. Vielleicht ja auch mit einem Seitenblick auf Berlin, das sehr entspannt auf die Absage reagierte. Klaus Wowereits Kommentar dazu: "Na dann eben nicht."

 

Triers Bürgermeister Klaus Jensen dagegen ist sichtlich erfreut über den hohen Besuch, der keine bessere Werbung für die Stadt bieten könnte. So sei bis jetzt auch keinerlei Kritik vernommen, geschweige denn selbst verübt, worden. Die Vorbereitungen für die am kommenden Wochenende geplante Rede würden bereits auf Hochtouren laufen. Man unternehme alles, damit sich der demokratische Präsidentschaftskandidat im beschaulichen Trier wohl und sicher fühlt.

 

Allein die Trierer Bewohner, insbsondere die älteren Generationen, könnten aufgrund ihrer typischen unfreundlichen Lebenseinstellung Fremden gegenüber einen Störfaktor darstellen. Auf die Frage, was man von Barack Obamas Besuch hält, antwortete ein Einheimischer dem Reporter: "Eich glaaf dei Kiedel brennt. Kömmer daudeich um daudeich."

 

Wir sind gespannt.

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